Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen

Dieser Artikel zum Thema „Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen“ ist Teil 2 der Serie zur Kirschfruchtfliegenbekämpfung. Hier geht es zur Übersicht aller 5 Ratgeber. Hier erfahren Sie, wie Sie Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen und wie Sie diese richtig in den Erdboden ausbringen.

Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen: Was sind Nematoden?

Nematoden sind winzige Fadenwürmer, die nur millimetergroß werden und als Parasit im Boden leben. Sie zählen zu den artenreichsten Tierstämmen, da sie bereits über 20.000 Gattungen aufweisen.

Weil sie grundsätzlich parasitär leben und kaum Nachteile haben, werden sie gerne als biologischer Pflanzenschutz gegen Schädlinge aller Art eingesetzt. So finden Sie beispielsweise Einsatz im Kampf gegen Trauermücken, Dickmaulrüssler oder Schnecken im Garten. Inzwischen kann man auch Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen.

Aber Vorsicht! Es gibt bestimmte Gattungen, die als Schädlinge gelten. Diese können bei Pflanzen, Tieren und Menschen Krankheiten auslösen. Informieren Sie sich vor dem Kauf deshalb ausgiebig über das Produkt oder lassen Sie sich vor Ort von einem Fachhändler beraten.

Kann man Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen?

Die Antwort lautet: Jein. Man kann Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen (hierzu empfiehlt sich die Gattung Steinernema feltiae), jedoch erreicht man damit nur die Larven, weshalb diese Bekämpfungsmaßnahme als alleinige Methode nicht zu empfehlen ist.

Die Steinernema feltiae töten nur die Larven, die sich im Boden befinden und auch nur die Exemplare, die zur Verpuppung länger benötigen als andere.

Die ausgewachsenen Bohrfliegen bleiben vor den Parasiten komplett verschont.

Der ideale Zeitpunkt, an dem Sie Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen können, ist der Monat Juni.

Denn ab Ende Mai schlüpfen die herangewachsenen Fliegen aus dem Boden und legen nach fast zwei Wochen selbst Eier in den Kirschen ab.

Nach fünf bis sechs Wochen nach ihrem Schlüpfen, lassen sich die neuen Larven über einen Spinnfaden in den Erdboden herab, um sich dort zu verpuppen. Zumindest, wenn sie nicht bereits durch das herabfallende Obst nach unten befördert wurden.

Im Erdreich kommen schließlich die Steinernema feltiae ins Spiel. Denn während sich die Larven im Boden verpuppen, bohren sich die Parasiten in ihre Haut und töten sie folglich ab.

Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen
Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen: Die Parasiten Steinernema feltiae töten die Larven im Boden.

Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen: Anleitung zur Ausbringung

Wer Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen möchte der nutzt die Gattung Steinernema feltiae. Diese gibt es in jedem Gartencenter oder Online-Handel zu kaufen. Sie werden oft in einem Tonmineral ausgeliefert und sollten schnellstens verwendet werden.

Ist eine sofortige Ausbringung nicht möglich, kann eine Lagerung bis zu einer Woche erfolgen. Das Produkt sollte zwischen 2 und 10 Grad gekühlt aufbewahrt werden.

Da die Steinernema feltiae sehr empfindlich gegenüber Licht und Trockenheit sind, sollte ein beständiges Wetter abgewartet werden. Die optimale Bodentemperatur liegt zwischen 10 und 25 Grad Celsius.

Außerdem sollte die Ausbringung bei bedecktem Himmel oder am Abend erfolgen. Geben Sie die Steinernema feltiae in eine Gießkanne mit lauwarmen Leitungswasser und gießen Sie das Wasser unmittelbar und großflächig um den Stamm des befallenen Kirschbaums.

Einmal ins Erdreich ausgebracht, breiten sich die Parasiten dort aus und machen sich über die Larven her. Achten Sie darauf, den Boden für mindestens 3 Wochen durchgehend feucht zu halten.

Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen: Vorteile

  • rein biologisch (für den Biolandbau zugelassen)
  • hinterlässt keine Rückstände
  • behandelte Flächen dürfen betreten werden
  • keine Resistenzbildung
  • unbedenklich für Mensch, Tier und Pflanze
  • hilft gegen neue Fliegen

Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen: Nachteile

  • hohe Empfindlichkeit der Steinernema feltiae gegen Licht, Trockenheit, Hitze und Kälte
  • Anwendung sollte im nächsten Jahr erneut erfolgen, da sich Fadenwürmer nicht dauerhaft ansiedeln lassen
  • wirkt zwar gegen die Larven der Kirschfruchtfliege, bietet jedoch keinen 100% zuverlässigen Schutz
  • die Larven verpuppen sich zu schnell –> die Parasiten erreichen sie nicht mehr rechtzeitig

Fazit: Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen – Nur als zusätzliches Mittel zu empfehlen

Wenn Sie Kirschfruchtfliegen mit Nematoden bekämpfen möchten, dann empfehlen wir Ihnen, auf jeden Fall auf zusätzliche Hilfsmittel zurückzugreifen. Denn die Fadenwürmer alleine reichen für eine Bekämpfung oft nicht aus.

Nutzen Sie lieber Gelbtafeln oder ein Boden-Vlies.

Die Gelbtafeln hängen Sie am besten zwischen dem 20. Mai und dem 15. Juni an der Südseite des Baumes auf. Zu dieser Zeit sind die Kirschen für einen Befall am anfälligsten.

Das Boden-Vlies nutzen Sie ab Ende Mai bis zum Ende der Ernte um den Wurzelbereich des Kirschbaumes. So verhindern Sie, dass frisch geschlüpfte Fliegen aus der Erde kommen und Eier in den Kirschen ablegen.

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