Apfelwickler-Pheromonfallen: Tipps zur Befallsanalyse und Schädlingsbekämpfung

Dieser Artikel zum Thema „Apfelwickler-Pheromonfallen“ ist Teil 3 der Serie zur Apfelwicklerbekämpfung. Hier geht es zur Übersicht aller Obstschädlinge. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Apfelwickler-Pheromonfallen einsetzen, um die Stärke eines Schädlingsbefalls festzustellen und wie Spritzmittel und Nematoden bei der Apfelwicklerbekämpfung helfen.

Apfelwickler-Pheromonfallen im Überblick

Was sind Apfelwickler-Pheromonfallen?

Apfelwickler-Pheromonfallen (Deltafallen) sind biotechnische Hilfsmittel, die gleich zwei Vorteile auf einmal erfüllen.

Apfelwickler-Pheromonfallen
Apfelwickler-Pheromonfallen helfen, den Flughöhepunkt des Apfelwicklers zu bestimmen. Dadurch lässt sich ein Befall überwachen und die Fortpflanzung der Schädlinge reduzieren.

Sie dienen beispielsweise der Befallsüberwachung (auch Monitoring genannt), da sie helfen, den optimalen Zeitpunkt für Bekämpfungsmaßnahmen zu finden. Durch die Beobachtung kann man den Flughöhepunkt des Apfelwicklers bestimmen und abschätzen, wann die Eiablage erfolgt bzw. wann mit den ersten Raupen zu rechnen ist.

Zusätzlich dienen Apfelwickler-Pheromonfallen der Befallsreduzierung, in dem die männlichen Falter durch den enthaltenen Sexuallockstoff Pheromon in die Deltafalle gelockt werden, wo sie schließlich auf einem Leimboden haften bleiben. Dadurch können sie die Weibchen nicht mehr begatten, weshalb schließlich auch weniger Eier produziert werden.

Apfelwickler-Pheromonfallen kann man sowohl im professionellen landwirtschaftlichen Obstbau einsetzen als auch bei sich zuhause im privaten Kleingarten.

Apfelwickler-Pheromonfallen: Anleitung zur Überwachung des Apfelwicklerbefalls

Hinweis zu Apfelwickler-Pheromonfallen: Wenn Sie Apfelwickler-Pheromonfallen kaufen, erhalten Sie ein Set, bestehend aus einem Fallenkörper (Deltafalle), 1-2 Leimböden und 1-2 Pheromonkapseln. Die Anzahl der mitgelieferten Artikel hängt vom Hersteller und der Marke des Produkts ab. Ansonsten kann man benötigtes Zubehör in jedem Fachhandel oder online nachkaufen.

Apfelwickler-Pheromonfallen sollten ab Mai bis September oder Oktober wie folgt angewendet werden:

  1. Nehmen Sie die Deltafalle aus der Verpackung und falten Sie sie so zusammen, dass ein Dach entsteht.
  2. Klappen Sie schließlich die Seiten auf und stecken Sie die Laschen in die dafür vorgesehenen Schlitze im Dach.
  3. Nehmen Sie nun den Leimboden und klappen sie ihn vorsichtig auseinander. Gehen Sie dabei sehr behutsam vor. Denn der Leim haftet sehr stark.
  4. Nehmen Sie eine Pheromonkapsel aus ihrer Verpackung und legen Sie diese mittig auf den vorbereiteten Leimboden. Berühren Sie die Kapsel so wenig wie möglich mit ihren Händen, um zu verhindern, dass sie den menschlichen Geruch annimmt. Ansonsten kann dies ihre Wirkung beeinflussen.
  5. Führen Sie den Leimboden vorsichtig in den Fallenkörper ein.
  6. Mithilfe der Aufhängevorrichtung können Sie die Falle nun längs der Hauptwindrichtung am Baum befestigen.
  7. Kontrollieren Sie die Falle ab jetzt regelmäßig auf Schädlinge und tauschen Sie die Pheromonkapsel, sowie den Leimboden nach 6 Wochen aus. Ist der Leimboden vor Ablauf dieser Zeit bereits zu stark verdreckt, sollten Sie ihn auch dann wechseln.

Befinden sich bei einem Kontrollgang mehr als fünf Falter pro Woche in den Apfelwickler-Pheromonfallen, sollte man eine erste Bekämpfungsmaßnahme durchführen. Üblicherweise beginnt man dann mit einer Granuloseviren-Spritzung.

Biologische Bekämpfung mittels Granulosevirus (Madex MAX)

Eine biologische Bekämpfung der Schädlinge mittels Granuloseviren ist sehr wirksam, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt erfolgt. Wichtig ist es, die frisch geschlüpften Raupen zu erwischen, bevor diese die Frucht erreichen. Damit Sie diesen Moment nicht verpassen, sollten Sie unbedingt Apfelwickler-Pheromonfallen zum Monitoring verwenden.

Zur Bekämpfung der Schädlinge können Sie beispielsweise das Spritzmittel Madex MAX verwenden, das Granuloseviren enthält. Madex MAX ist ein Insektizid, das vollständig biologisch abbaubar und somit im ökologischen Landbau zulässig ist.

Das Spritzmittel Madex MAX mischen Sie einfach nach Packungsanweisung an und bringen es im Anschluss auf den gesamten Baum aus. Um besonders gründlich zu arbeiten und gute Erfolge zu erzielen, verwenden Sie am besten ein Drucksprühgerät.

Die Anwendung mit Granuloseviren sollten Sie drei Mal im Abstand von ungefähr 8 Tagen durchführen, da regelmäßig neue Larven schlüpfen.

Nematoden zur Apfelwicklerbekämpfung

Zur Bekämpfung können neben Granuloseviren auch Nematoden zur Apfelwicklerbekämpfung eingesetzt werden.

Ein biologisches Spritzmittel, das Nematoden enthält, ist beispielsweise Nemapom. Nemapom enthält Nematoden der Gattung Steinernema feltiae, die besonders effektiv gegen 90 Prozent der Schädlingslarven sind. Die Nützlinge leben parasitär und bohren sich während der Verpuppung der Larven in sie ein. Dort geben sie ein Bakterium frei, dass die Larven langsam zersetzt.

Das Spritzmittel Nemapom setzt man zum Ende der Ernte zwischen September und Dezember ein. Apfelwickler-Pheromonfallen helfen in dieser Zeit abzuschätzen, wann die Larven der 2. Generation schlüpfen.

Letzte Aktualisierung der Produktboxen am: 24.07.2019 | Alle Preise dieser Seite sind inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten | Affiliate Links & Bilder entstammen der Amazon Product Advertising API. | Haftungsausschluss: Biozide vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.