Eichenprozessionsspinner entfernen: Abflammen und natürliche Feinde

Dieser Artikel über Eichenprozessionsspinner entfernen durch Abflammen und natürliche Feinde ist Teil 4 der 5 teiligen Serie über effektive Eichenprozessionsspinnerbekämpfung.

Warum sollte man Eichenprozessionsspinner entfernen?

Die Raupen vom Eichenprozessionsspinner entfernen Privatpersonen, sowie Städte und Gemeinden aufgrund von Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier. Ab dem dritten von sechs Larvenstadien bilden diese Schädlinge Brennhaare aus, die gefährliche Symptome, wie Juckreiz und Hautausschlag verursachen. Die Haare kontaminieren auch die Gespinstnester der Tiere und können sich bei ungünstiger Wetterlage im Umkreis von 200m rund um die Eiche verbreiten. Es ist daher unumgänglich die Eichenprozessionsspinner überall da zu entfernen, wo Menschen gefährdet werden (Kindergärten, Parks, Waldwege, etc.). Durch rechtzeitiges Erkennen und richtige Bekämpfung, lassen sich der Entwicklung und Verbreitung vorbeugen. Das Abflammen oder Ansiedeln von natürlichen Feinden stellt dabei zwei Möglichkeiten der Bekämpfung dar.

Wichtig: Wegen der Gesundheitsgefahr sollte die Entfernung der Eichenprozessionsspinner nur durch geschultes Fachpersonal erfolgen. Beauftragen Sie bei einem Befall auf Privatgrundstück daher unbedingt einen professionellen Schädlingsbekämpfer!

Eichenprozessionsspinner mit natürlichen Feinden entfernen

Die Anzahl feindlicher Wespen und Vögel hat einen direkten Einfluss auf die Vermehrungsrate von Eichenprozessionsspinnern. Das Gleichgewicht zwischen Raupen und deren natürlichen Fressfeinden wird in der freien Natur auf einem „gesunden“ Niveau gehalten und tariert sich aus. Es kann jedoch zu Situationen kommen, dass die Vermehrungsrate der natürlichen Feinde einer explosiven Insektenvermehrung nicht schnell genug folgen kann. In der Natur ist es üblich, dass die Raupenplage dann zu einem späteren Zeitpunkt am Nahrungsmangel und einer Überzahl an natürlichen Feinden zugrunde geht. In diesem Fall erholen sich die Raupen auch nicht so schnell, da ihnen eine Vielzahl feindlicher Nützlinge gegenüber steht.

Für die private Entfernung von Eichenprozessionsspinnern ergeben sich daraus zwei Ableitungen, die man für eine effektive Bekämpfungsstrategie nutzen kann.

  1. Nahrungsmangel verhindert eine explosive Ausbreitung. Wenn Sie mehrere verschiedene Baumarten anpflanzen, dann verknappen Sie jeder einzelnen Schädlingsart das potentielle Nahrungsangebot. Dies ist besser als eine Monokultur aus Eichen. Weiterhin erhalten Sie eine Risikostreuung gegenüber anderen Schädlingen und Pflanzenkrankheiten.
  2. Die Ansiedlung natürlicher Feinde und Nützlinge dezimiert die Raupenpopulation. Bei ausreichendem Vorkommen in der Umgebung kann dies in kürzester Zeit den Ausbruch einer Schädlingsplage eindämmen. Im Acker- und Gartenbau finden sich zahlreiche Beispiele für die erfolgreiche Anwendung dieses Verfahrens.
Eichenprozessionsspinner entfernen natürliche Feinde Schlupfwespe
Eichenprozessionsspinner entfernen durch natürliche Feinde: Die Schlupfwespe sticht die Raupen und legt ihre Eier im Körper ab. Daran verenden die Schädlinge letztlich.


Zum Entfernen der Eichenprozessionsspinner bieten sich folgende natürliche Feinde an:

  • Fledermäuse
  • Käfer
  • Larven von Florfliegen
  • Raubwanzen
  • Raupenfliegen
  • Schlupfwespe
  • Vögel


Schlupfwespen und Nistkästen für Vögel sind wohl am einfachsten auszubringen und besonders effektiv. Gerade Schlupfwespen werden in der Landwirtschaft mit großem Erfolg in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Diese Tiere helfen auch gegen Kleidermotten und anderes Ungeziefer:

Beim Ausbringen der Schlupfwespen gegen Eichenprozessionsspinner sollte man jedoch vorsichtig sein, da es sich hierbei immer auch um einen Eingriff ins Ökosystem handelt. Das Bereitstellen von Brutkästen zur Ansiedlung der Vögel ist hingegen weniger bedenklich.

Gespinste vom Eichenprozessionsspinner nicht durch Abflammen entfernen!

Die thermische Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner durch Abflammen ist zwar effektiv und einfach durchzuführen, wegen der Nachteile aber nicht empfehlenswert. Anwendung findet das Verfahren von Mai bis Juli zur Entfernung von Raupen und Nestgespinsten. Die Schädlinge bekämpft man bei dem Verfahren mit einer offenen Flamme aus einem Gasbrenner und verbrennt somit Gifthaare, Gespinste und Raupen.

Dabei wird mit dem gelben Teil der Flamme und von oben nach unten gearbeitet. Wegen der Hitzeentwicklung wird der Flammenwerfer nicht senkrecht auf den Stamm gerichtet, sondern parallel zum Stamm gleichmäßig bewegt. Will man auf diese Art die Eichenprozessionsspinner entfernen, dann muss man darauf achten herunter gefallene Raupen nachzubrennen.

Achtung: Eine Gefahr stellen thermische Verwirbelungen und Aufwinde beim Abflammen dar. Diese können die gefährlichen Brennhaare des Prozessionsspinners über die Luft verteilen und die Umgebung zusätzlich kontaminieren. Feuer am Straßenrand ist beim Abflammen genauso zu vermeiden, wie Brandschäden an der Pflanze. Insbesondere junge Eichen dürfen wegen der dünnen Rinde mit diesem Verfahren nicht behandelt werden. Oftmals ist beim Verbrennen der Schädlingsraupen eine Nachbehandlung erforderlich. Eine komplett rückstandsfreie Entfernung ist nicht möglich. Der Baum gilt als rückstandsfrei, wenn nur noch tennisballgroße Gespinste verbleiben, die auch im Saisonverlauf nicht mehr weiter anwachsen.

Vorteile beim Abflammen des Eichenprozessionsspinners:

  • Schnelle und effektive Methode
  • In leicht erreichbaren Regionen einfach durchzuführen


Nachteile des Verfahrens:

  • Verwirbelungsgefahr für giftige Brennhaare
  • Nachkontrolle notwendig
  • Nicht für junge Pflanzen geeignet
  • Brandgefahr


Heutzutage ist es üblich, die Schädlinge an der Eiche mit Hochleistungssaugern oder vorbeugenden Insektiziden zu bekämpfen. Wie das geht, erfahren Sie in unseren nächsten Ratgeber Teil 5: Eichenprozessionsspinner Bekämpfung: Kosten auf Privatgrundstück.

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